PRESS : Interview with Warlord Nygård & Jussi from Shadowshire.de  • german & english versions available


Freunde epischer Gesänge von Schlachten und Kämpfen, legen wir das Debüt der Finnen von Turisas mit "Battle Metal" ans Herz. Jussi und sein Kollege Warlord Nygård erzählen euch ein wenig über die Bandgeschichte, historische Hintergründe, auf die das Album zurückgreift und geben Einblicke in die Arbeit mit Terje Refsnes.

Shadowshire: Hallo Ihr, wie geht es Euch im Moment?
Jussi: Hallo, danke, recht gut, ich genieße gerade meinen freien Tag vom Interview geben. Also keine Beschwerden.

Shadowshire: Seid ihr einmal so nett, euch unseren Lesern einmal etwas näher vorzustellen? Was sollte man über Turisas wissen?
Jussi: Hi, ich bin Jussi Wickström....

Warlord Nygård ...Und ich bin Warlord Nygård, wir sind die Stimmen Turisas' hier in diesem Interview.

Jussi: Also Turisas wurde von mir und Warlord Nygård im Jahre 1997 gegründet. Kurz danach kamen Antti Ventola (Keyboards), Tude Lehtonen (Schlagzeug) und Ari Kärkkäinen (Gitarre) in unsere Band. Im Jahre 1998 kam unsere erste Demo-CD mit dem Titel „Taiston Tie - The Battle Path” heraus, aber diese wurde niemals veröffentlicht, wir gaben einige Kopien an unsere Freunde weiter. Einige Zeit später verließ Ari die Band und wurde von Georg Laakso ersetzt. Tino Ahola stieg außerdem zu dieser Zeit in die Band ein und wir nahmen unsere erste richtige Demo „The Heart of Turisas“ auf im Jahre 2000. Diese kam aber erst ein Jahr später heraus. Wir bekamen sehr gutes Pressefeedback und die ersten Kontakte mit Century Media wurden geknüpft. Im Jahre 2003 war es auch soweit, wir unterzeichneten einen Vertrag mit Century Media und begannen die Aufnahmen zu „Battle Metal“ in den Sound Suite Studios in Frankreich unter der Regie von Terje Refsnes. Und nun, nach 7 Jahren Blut, Schweiß und Tränen steht das Debüt am 26. Juli in den Läden...


Shadowshire: Seid Ihr schon deswegen etwas aufgeregt wegen des Releases Eures Debüts am 26. Juli?
Warlord Nygård: Ach was, wir sind nicht nervös, falls ihr das meint. Wir sind außerdem mit anderen Dingen im Moment beschäftigt, mal sehen, wie die Dinge verlaufen nach dem Release...


Shadowshire: Reden wir über Euer kommendes Album „Battle Metal“, das ihr zusammen mit Terje Refsnes produziert habt. Wie war die Arbeit mit ihm?
Warlord Nygård: Die Arbeit mit Terje war grossartig! Natürlich braucht es etwas Einarbeitungszeit so wie andere, aber danach lief alles so gut wie reibungslos. Terje versteht wirklich sein Handwerk und hat tausende von Ideen. Die gesamte Session endete etwas verrückt, es drohte uns ein Mangel an Geld und Studiozeit, doch er blieb cool und gab uns soviel Zeit, wie wir brauchten und das auch noch gratis! Schliesslich sollte das Album fertig werden, auch wenn das Label etwas zurückhaltend reagiert in Sachen Bezahlung. Ich hoffe, dass wir bald wieder mit Terje zusammenarbeiten werden.


Shadowshire: Battle Metal beinhaltet einige klassische Elemente, wie ein atemberaubendes Violinenspiel in „The Messenger“. Wie kamt ihr auf die Idee, so etwas einzubauen?
Jussi: Wir wollten einige Violinenparts einbauen, die eine andere Atmosphäre schaffen. Du kannst mit dem Keyboard nun mal nicht immer das erreichen, was du mit einer richitgen Violine schaffen kannst! In „One more“ erschafft die Violine mehr ein folksnahes Gefühl, kann aber andererseits auch mehr Klassik vermitteln. Olli Vänskä spielte schon früher in verschiedenen Folkbands, er passte perfekt zu uns.


Shadowshire: Wie seit ihr auf Emanuelle Zoldan gekommen, die zum Beispiel dem Opener durch ihre Stimme dem Hörer eine unglaubliche Atmosphäre beschert?
Jussi: Wir wollten in einigen Stücken eine weibliche Stimme mit einbauen. Da Terje desöfteren mit Emanuelle zusammengearbeitet hatte, empfahl er sie uns. Ihr Stimme eröffnete neue Dimensionen in einigen Songs... wirklich.

Warlord Nygård: Ich glaube, wir haben es geschafft, sie nicht zu überbeanzuspruchen, so schön wie sie (die Stimme) ist. Und das ist es was sie so atemberaubend macht...


Shadowshire: Einige Songs haben einen historischen Hintergrund, wie in „Rex Regi Rebellis“... Erzählt uns etwas mehr darüber.
Warlord Nygård: Unsere allererste Demo basierte ebenso auf Themen über R.R.R. Es handelt vom 30jährigen Krieg zwischen 1618 bis 1648 in Europa, als die finnische Kavallerie den Ruf von stahlfressenden und furchtlosen Killern erlangte. Einige Songtexte stammen vom finnischen Autor Zacharias Topelius und dessen “Finska rytteriets marsch i trettiåra kriget”(Anm. d. Red. – Der Marsch der finnischen Kavallerie im 30 jährigen Krieg) Der eigentliche Sinn von diesem Song beinhaltet einen scharfen Sarkasmus gegen die Gewaltverherrlichung in Kriegen und der Kampf der Religionen. Sicher werden die Hörer dieses Thema im Song nicht so sehr zur Kenntnis nehmen.


Shadowshire: Sahti Waari ist ein typisches Volkslied ...
Jussi: Ja, ein wahrlich schönes Folkslied! Eignet sich aber auch zum Saufen. Der Name ist zwar finnisch, man kann es aber nicht 1:1 übersetzen. „Old Man Ale“, glaube ich, kommt dem aber sehr nahe. Die Einleitung stammt von einem Akustik-Gig, den wir vor einiger Zeit in einer Kneipe aufgenommen haben. Du kannst die Atmosphäre der Besoffenen hören.. (lacht)


Shadowshire: Noch etwas - bricht nach all den Schlachten und Kämpfen die finnische Melancholie im Song „Katuman Kaiku“ etwas durch?
Jussi: Eher ein Lied, das mit seinem lagerfeuertauglichen Stil breite Soundlandschaften abdeckt am Ende des Albums. Die Idee war eigentlich, mit einem Gitarrensolo zu beginnen, in dem später das Schlagzeug einsetzt. Doch wir haben nur das Solo auf dem Recorder aufgenommen. Der Recorder kann das nicht ersetzen, daher hat Mathias verschiedene Gitarrensoli eingespielt. Wir haben etwas herumexperimentiert mit Verzerrungen, waren aber nicht all zufrieden. Aber für mich klingt der Song wie ein Echo über dem See in den Wäldern der Häme-Region.

Warlord Nygård: Das beruht auf einer Legende - Earl Birger of Sweden und sein zweiter „Kreuzzug“ in Finnland in 1238 oder 1239 (oder 1249 nach einigen Quellen). Als er auszog, um die Heiden in der Häme-Region zu bekämpfen, die sich gegen das Christentum auflehnten. Der Kreuzzug war erfolgreich und die Menschen wurden konvertiert und im Namen der Christen getauft. Der Legende nach, als die Imperialisten und die Armee die Region wieder verlassen hatten, rannten die Menschen zum See Katuma und wuschen sich und badeten im See, um sich wieder „reinzuwaschen“. Danach lebten sie ihr altes Leben als Heiden lange Jahrhunderte weiter, bis sich das Christentum immer stärker durchsetzte. Daher hat auch der See seinen Namen. Alte Traditionen sterben nie und so badeten noch im 19. Jahrhundert Leute im See, als sie davor in der Kirche waren..


Shadowshire: Seht ihr nicht ein wenig die Gefahr, dass Turisas im Fahrwasser von Euren Kollegen Ensiferum oder Finntroll schippert?
Jussi: Nein, ich denke nicht, wenn man uns schon in Sachen Musik vergleicht, Der einzige Punkt, der sich nicht unterscheidet, ist, dass wir Metal spielen mit verschiedenen Einflüssen der Volksmusik. Optisch jedoch gibt es sicher Gemeinsamkeiten, in den Klamotten (Pelzen) oder dem Zubehör. Aber wir haben unsere Sachen und den Klamotten seit dem ersten Tag, im Vergleich zu den anderen. Hmm, ich glaube, da gibt es kein Risiko. Ehrlich gesagt, WENN uns jemand unbedingt vergleichen will, es ist mir scheißegal, denn beide Bands sind super und spielen geile Musik!


Shadowshire: Habt Ihr einen Lieblingssong auf Battle Metal?
Jussi: Also, ich mag Rex Regi Rebellis sehr gerne! Es ist ein sehr massiver Song mit perfekten Lyrics und perfekter Musik. Außerdem ist er sehr dynamisch, mit bombastischen Hörnern, Flöten und einem atmosphärischen Violinenpart. Es ist mein Favorit, warum genau, weiß ich selber nicht ..hehheh (lacht).


Shadowshire: Werdet ihr ein Video drehen, oder ist eines schon in Planung?
Jussi: Nun, ich glaube nicht, dass wir ein Video zu irgendeinem Song vom Album machen. Es ist sehr schwer und teuer, die Songs so auszustatten für ein Video. Aber falls ja, sollte es sehr realistisch und massiv aussehen. Wir würden hunderte Schauspieler für die Schlachtszenen brauchen. Das ist zur Zeit sicher nicht möglich. Aber mal sehen, was die Zukunft bringt...


Shadowshire: Ihr tretet auf dem Tuska auf, schon ein wenig aufgeregt deswegen?
Jussi: Ich bin wahnsinnig aufgeregt deswegen, Wir hatten in den letzten zweieinhalb Jahren keine Gigs mehr gehabt. Das Album kommt eine Woche nach dem Tuska-Auftritt, so fungiert das Tuska also als Releaseshow. Und ich denke, es ist der beste Platz hier in ganz Finnland. Ich hoffe, dass viele Leute kommen werden, um uns zu sehen. Es wird auch einiges „Spezielles“ geben.


Shadowshire: Da fällt uns noch etwas ein, gibt es eine Botschaft um die Buchstaben R.R.R.?
Warlord Nygård: R.R.R. steht eigentlich nur für Rex Regi Rebellis. „Prologue for R.R.R.” bedeutet also einen Prolog an Rex Regi Rebellis. Da gibt es kein Geheimnis oder kein Mysterium dahinter. ;)


Shadowshire: ‚Kiitos Paljon’ für Eure Zeit, hoffen wir, dass Euer Album erfolgreich wird und die letzten Worte gehören Euch....
Jussi: Check out Battle Metal, am 26. Juli. Ich hoffe, wir sehen Euch auf der Tour in Kürze!

Warlord Nygård: Hmm.. ‚Ich habe Sauberkraut in meine Lederhosen.’


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english version:

Shadowshire: Hei, how are you at the moment?
Jussi: Hey, I'm just fine, thanks. I'm enjoing my well-earned day off by doing interviews. So no complaints here...


Shadowshire: Would you be so kind to introduce yourselves to our readers? What should they know about Turisas?
Jussi: I'm Jussi Wickström...
Warlord Nygård: ...and I’m Warlord Nygård and we’re the mouth of Turisas in this interview.

Jussi: Turisas was founded by me (guitar) and Nygård (vocals) in 1997. Shortly after Antti Ventola (keyboards), Tude Lehtonen (drums) and Ari Kärkkäinen (guitar) joined the band. In 1998 we did our first demo-recording called “Taiston Tie - The Battle Path” but it was never released – only shared out to a few friends. Few years later Ari decided to leave the band and was shortly replaced by Georg Laakso (guitar). Tino Ahola (bass) joined the band and the first "real" demo "The Heart of Turisas" was recorded in year 2000. The release of the demo was delayed and and finally released in 2001. We got realy good feedback from many labels and the negations with Century Media started. After long negotiations Turisas was signed by Century Media in 2003. In the same year the recordings of Battle Metal took place in Sound Suite Studios in France with the producer Terje Refsnes.And now, after 7 years of blood, sweat and tears, the debut album is going to be released in 26th of July in 2004.


Shadowshire: Are you already upset because of your debut that will be published at the 26th of July?
Warlord Nygård: Nah, we’re not really nervous if that’s what you mean. Right now we’ve been busy with other things and we’ll just see how things go when the album is released.


Shadowshire:Let’s talk about your album ‘Battle Metal’ that you have produced together with Terje Refsnes. How was it – working together with him?
Warlord Nygård: Working with Terje was great. Of course it took some time before we started to know each other and what we both were looking for, but after that things went really smooth when it comes to working together. Terje is really dedicated to his work and has tons of good ideas. The whole session actually ended in a pretty strange way, when we ran out of studio time and money, he gave us the extra time we needed for free because we both felt that the album should be finished properly, even without the financial backup from the label. I hope to work with Terje soon again.


Shadowshire: “Battle Metal” contains some classical elements, for example a breath-taking violin play in “The Messenger”. How did you come up to include something like that?
Jussi: We wanted to do some parts with a real violin to create a different kind of atmosphere. You can't do same kind of things with keyboards that you can with a real violin. In "One More" the violin lead creates more folkish feeling and some parts more classical. The violin player Olli Vänskä has played in few folk bands earlier so he was just perfect for us.


Shadowshire: How did you get in contact with Emanuelle Zoldan who creates an unbelievable atmosphere with her voice in the opener?
Jussi: We needed a good female voice on a few parts on the album and Terje had worked with Emanuelle before on several projects and suggested her to us. Her voice gave a new dimension to the few songs she did.

Warlord Nygård: I also believe that we managed to avoid overusing her voice, as nice as it is, and in that way it’s even more breathtaking in the parts she comes in.


Shadwshire: Some songs have a historic background, like “Rex Regi Rebellis”… tell us more about that!
Warlord Nygård: Our first demo recording called "Taiston Tie – The Battle Path" from 1998 was based on the same theme as R.R.R. It deals with the Thirty Years War fought in Europe between 1618 and 1648 and the Finnish cavlary who gained a reputation as steel-eating fearless killing machines. Parts of the lyrics are quotes from Finnish writer Zacharias Topelius’ lyrics for “Finska rytteriets marsch i trettiåra kriget” (The March of the Finnish Cavlary in the Thirty Years War). The general idea of the whole song and the lyrical content is actually sharp sarcasm against glorification of wars and fighting over religions and such. A thing that most of the listeners will probably not even notice.


Shadowshire: “Sahti Waari” is a typical folk song, isn’t it?
Jussi: Yes, it is pretty folkish song. It's a pure drinking song. The name is finnish and you can't really translate it in English. "Old Man Ale" would be pretty close I guess. The Intro of the song is taken from one acoustic folk-gig that we did few years ago in a local pub. You can hear the drunken feeling in it, heh.

Warlord Nygård: Sahti-Waari is a song raising pints to all modern pagans around the world.


Shadowshire: After all these battles and fights – does there break through the Finnish melancholy in the song “Katuman Kaiku”?
Jussi: A more campfire style of an outro, that grows into a larger soundscape in the ending. The original idea to have a guitar solo where the drums come in, but then we got this idea of trying out a recorder solo instead. The recorder isn’t precisely a solo-instrument, but Mathias tried to play in style more common to guitar solos. We even experimented with a wah-pedal and distortion, but it didn’t fit the sound of the recorder at all. To me this sounds precisely like the echo over that lake in the pagan woods of Häme region.

Warlord Nygård: Earl Birger of Sweden led the so called “Second Cruesade” to Finland in 1238 or 1239 (or 1249 according to some sources) which was aimed towards the stubborn pagan tribes of the Häme region who had so far managed to put up a fight against the christian concuerors. The second cruesade was successful and the people were converted and babtised to Christianity. According to the legend, when the imperialist troops had left the region, the people ran into lake Katuma to wash away the babtisment they had been given and continued to live their pagan lives until decades and centuries later when christianity slowly started to take over in a more peaceful manner. This is how the lake got its name. Old pagan traditions actually never died out completely, even during the 19th century some people still did their sacrificing to the old gods after going to church.


Shadowhire: Do you see a „risk“ that Turisas runs the same rail like Ensiferum or Finntroll?
Jussi: No. I think if you compare Turisas and Ensiferum or Finntroll musically, only similarity that you can find is that we all play metal music and have different kind of folkish influenses. On the image side there may be similarities on our clothes and stuff. But we have used our clothings and stuff since the day one – in contrary to the others.... khrm - so i think there is no "risk". If some one want’s to compare us to Finntroll or Ensiferum I don't give a fuck because both are good bands and they play good music.


Shadowshire: Do you have a favorite song on “Battle Metal” ?
Jussi: I like Rex Regi Rebellis very much. It's a very massive song and the lyrcs and music are perfect together. It's also versatile, bombastic horns, folkish tunes, atmospheric violin part etc. But is it my favorite...I can't really say, hehheh.


Shadowshire: Will you make a video or is there something in the pipeline?
Jussi: I don't believe that we’ll make a video of any song from this album. It is very expensive to do that kind of a video that would fit the songs. First of all it should look very massive and realistic. We would need hundreds of actors for the battle scenes. So I think that is not possible yet, hehheh. But we will see what future brings us.


Shadowshire:You’ll have a gig at the Tuska festival in Helsinki. How do you feel about it?
Jussi: I'm really excited about it. We haven't done any gigs in the past 2,5 years. The album will be released about week after that so Tuska is kind of "album release-gig" for us. And I think it is the best possible place to do that here in Finland. I just hope that there will be many people as possible to see our gig. There’ll possibly be some special stuff to come.


Shadowshire: One last question: Who is R.R.R.?
Warlord Nygård: R.R.R. is a shortened version of Rex Regi Rebellis. Prologue for R.R.R. means forewords for Rex Regi Rebellis. So it’s no mysterious person or anything;)


Shadowshire: Kiitos paljon that you had some time for us! We hope that your album will succeed and the last words are yours: …
Jussi: Check out Battle Metal, 26th of July, I hope to see you on tour soon.

Warlord Nygård: Ich habe Sauberkraut in meine Lederhosen.